GVWE - Informationstagung für Geschäftsführer Ländliche Genossenschaften und Gesellschaften
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Klare Botschaften, Insektenmast, alternative Proteinquellen und ein kerngesunder Verband
Klare Botschaften – damit will Jörg Migende den Deutschen Raiffeisenverband (DRV) noch deutlicher in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung positionieren. Die Stärke der Wertschöpfungskette der Absatz vor Agrar- und Ernährungswirtschaft sollte dabei im Fokus stehen, sagte der DRV-Hauptgeschäftsführer auf der zweitägigen Geschäftsführertagung vor Kurzem in unserer Genossenschaftsakademie Weser-Ems in Rastede: „Wir müssen die Marktbedeutung unserer Genossenschaften noch stärker herausstellen.“
Überzeugend stellte er die Rolle und Bedeutung des DRV als Interessenvertretung dar, die auch von den Mitgliedern in einer jüngsten Befragung als gut und wichtig erachtet wurde. Gleichzeitig betonte er, dass die Marke Raiffeisen wieder stärker und frischer in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit Eingang finden müsse. Ein entsprechendes Projekt sei bereits unter der Federführung des DRV zusammen mit den Regionalverbänden und Mitgliedsunternehmen begonnen worden. Insbesondere gelte es für den DRV, die große Marktbedeutung und die Systemrelevanz des Agrarsektors in der Öffentlichkeit sowie im politischen Raum herauszustellen.
Von der Politik forderte Jörg Migende, der genossenschaftlichen Agrar- und Ernährungswirtschaft wieder mehr unternehmerischen Gestaltungsspielraum zu eröffnen und gleichzeitig Planungssicherheit zu geben. Zudem appellierte er an die politischen Entscheider vor allem im Bund, den DRV als Dachverband stärker in die politische Meinungsbildung einzubinden. Die Politik sollte die Fachkompetenz bei der Entwicklung von Gesetzen und Verordnungen nutzen. Dies sei nach Ansicht von vielen Wirtschaftsverbänden in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden. „Reden Sie mit uns. Holt die Praktiker mit ins Boot“, richtete der DRV-Hauptgeschäftsführer sein Angebot vor allem an die neue Bundesregierung.
Neben den Einblicken in die Arbeit und Überlegungen des DRV aus erster Hand erlebten die rund 50 Teilnehmenden auf der Geschäftsführertagung eine interessante Themenmischung. Diese war stark geprägt von Beiträgen rund um Innovation und Digitalisierung. Die Chancen der Künstlichen Intelligenz, Insektenmast in der Landwirtschaft, alternative Proteinquellen, Optimierung von logistischen Prozessen und einige weitere Themen sorgten für rege Nachfragen. Aber auch die klassischen Bereiche Wirtschaftsprüfung, Recht, Steuern und Personalmanagement kamen nicht zu kurz.
Genossenschaftsverband Weser-Ems gut aufgestellt Unsere Verbandsdirektoren Johannes Freundlieb und Axel Schwengels berichteten über die wirtschaftliche Entwicklung unseres Genossenschaftsverbandes, der in den vergangenen Jahren ein kontinuierlich steigendes Umsatzwachstum verbucht habe. Im Geschäftsjahr 2024 gab es nach den vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 19,3 Millionen Euro, was 6,5 Prozent über dem Vorjahr lag. Neben den verschiedenen Beratungsleistungen in den Bereichen Steuern, Recht und Unternehmensberatung war auch das Qualifizierungsangebot stark nachgefragt. So verzeichnete die Genossenschaftsakademie Weser-Ems einen Rekordumsatz. Mit einem positiven Betriebsergebnis von rund 116.000 Euro sei man sehr zufrieden.
Die Zahl der Mitarbeitenden sei stabil bei rund 200, ebenso wie die Zahl der Mitgliedsunternehmen mit 301. Zuversichtlich blicke man auf die Herausforderungen der Zukunft, die man als eigenständiger Verband mitglieder- und wachstumsorientiert angehen werde. „Wirtschaftlich sind wir kerngesund“, so Johannes Freundlieb. Im zweiten Halbjahr plant der Verbandsvorstand, mit den Mitgliedern über die weitere Strategieausrichtung zu sprechen.
Ziel sei es, die genossenschaftlichen Mitgliedsunternehmen und die Region zu stärken. Für den großen Rückhalt bei den Mitgliedern sei man dankbar und wolle die Attraktivität weiter steigern. Dies gelte auch für die Rolle als Arbeitgeber. Gute Fachkräfte seien die Basis der Arbeit und des Erfolgs. Die Verbandsbeiträge und Dienstleistungsentgelte versuche man stabil zu halten. Aufgrund steigender Kosten seien Anpassungen aber nicht immer vermeidbar, wie zuletzt im Bereich der Steuerberatung. [...]
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Genossenschafts-Magazin Weser-Ems 04/2025.